Dr. Kevin Labner - Modulprüfung aus Zivilverfahrensrecht

 

(Prüfertätigkeit ab März 2023)

 

Zur Prüfung

Die Prüfung umfasst grundsätzlich sämtliche Teile des Fachs Zivilverfahrensrecht (Zivilprozess-, Außerstreitverfahrens-, Exekutions-, Insolvenz- sowie Europäisches Zivilverfahrensrecht). Während der Zivilprozess die logische Basis für sämtliche weitere Teilgebiete formt und diesem daher im Zuge der Prüfung ein besonderer Schwerpunkt zukommt, werden der Besondere Teil des Außerstreitverfahrens sowie das Wechsel- und Scheckmandatsverfahren, das Amtshaftungsverfahren und das Organhaftungsverfahren nur gestreift. Sie sollten hier jedenfalls verstehen, was die Besonderheiten solcher Verfahren charakterisiert. Daneben wird ein Grundverständnis des Zivilrechts und des dem Zivilverfahrensrecht vorgelagerten Verfassungs-, Völker- und Europarecht vorausgesetzt.

Zur Vorbereitung eignen Sie sich daher am besten sowohl eine theoretische Grundlage (inklusive systematisches Verständnis für die Materie) als auch die Fähigkeit, diese Grundlage in praktischen Fällen anzuwenden, an. Je nach Lerntyp empfehle ich daher den Besuch jener Lehrveranstaltungstypen zum Zivilverfahrensrecht (Hauptvorlesung, Übung, Repetitorium, vertiefende Kurse, Seminare, ...), die Sie am Weg zu diesem Ziel am besten unterstützen können.

Es wird einzeln geprüft, wobei eine Prüfung in der Regel ca 20 Minuten dauert. Fragen können gegebenenfalls auch an folgende Kandidatinnen und Kandidaten „weitergegeben“ werden. Mit anderen Worten: Sollte eine Kandidatin oder ein Kandidat eine Frage gar nicht beantworten können, so wird sie nicht sofort aufgelöst, sondern uU in einer der darauffolgenden Prüfungen neuerlich gestellt.

Die Fragen bestehen dabei sowohl aus kleineren Fallbeispielen, die etwa dem tagesaktuellen Geschehen entnommen werden können, als auch aus eher theoretischen Wissensblöcken. Es kann auch vorkommen, dass Ihnen eine aktuelle Entscheidung oder ein längerer Fall ausgehändigt und eine angemessene Vorbereitungszeit gegeben wird; zum Prüfungsgespräch soll diese Entscheidung dann in ihren zivilverfahrensrechtlichen Facetten diskutiert werden. Insgesamt sollte das angeeignete Wissen also sowohl praktisch als auch vernetzt gebraucht werden können, um bei der Prüfung gut zu bestehen. Zumindest eine Frage – oder auch ein Teil eines Falles – betrifft jedenfalls ein Teilgebiet abseits des Prozessrechts.

Zur Prüfung ist eine (idealerweise) aktuelle Gesetzessammlung mitzunehmen. Diese darf keine „Kommentierungen“ enthalten (weder vom Buch selbst noch vom Verwender hinzugefügt), sehr wohl aber farbliche Hervorhebungen und Paragraphenverweise. Die Beachtung dieser Regel wird stichprobenartig vor Ort überprüft. Die Gesetzessammlung kann jederzeit verwendet werden; die Art der Verwendung fließt in die Beurteilung mit ein, wobei das keinesfalls heißt, dass das Verwenden der Gesetzessammlung per se einen negativen Einfluss auf die Note hat. Betrachten Sie die Gesetzessammlung als Ihr Werkzeug – wie Sie dieses anzuwenden wissen, wird daher den Ausgang der Prüfung in die eine oder andere Richtung beeinflussen können.

 

Empfohlene Literatur zur Prüfungsvorbereitung

Zivilprozessrecht:

  • Kodek/Mayr, Zivilprozessrecht5 (2021)
  • Rechberger/Simotta, Grundriss des österreichischen Zivilprozessrechts9 (2017)

Außerstreitverfahrensrecht:

  • Klicka/Oberhammer/Domej, Außerstreitverfahren5 (2014) (Manz Rechtstaschenbuch)
  • Mayr/Fucik, Einführung in die Verfahren außer Streitsachen2 (2019)

Exekutionsrecht:

  • Neumayr/Nunner-Krautgasser, Exekutionsrecht4 (2018) (Manz Rechtstaschenbuch)
  • Rechberger/Oberhammer, Exekutionsrecht5 (2009)

Beachten Sie bei der Wahl Ihres bevorzugten Lernbehelfs die Aktualität; allenfalls sollten jüngere Rechtsentwicklungen aus dem jüngeren Lehrbuch gelernt werden. Daneben ist zu bedenken, dass beide Lehrbücher jüngste Entwicklungen (insb GREx, RIRUG) noch nicht berücksichtigen konnten. Hier wird daher der Besuch einer einschlägigen Lehrveranstaltung, die Lektüre eines oder mehrerer Aufsätze und/oder von Praktikerliteratur nahegelegt.

Insolvenzrecht:

  • Dellinger/Oberhammer/Koller, Insolvenzrecht4 (2018) (Manz Rechtstaschenbuch) - hier wird in Kürze die neue Auflage erscheinen, die auch neuere Entwicklungen (GREx, RIRUG) behandelt.

Europäisches Zivilverfahrensrecht:

  • Mayr, Europäisches Zivilprozessrecht2 (2020) - freilich behandeln auch die Bücher von Rechberger/Simotta (s oben zum Zivilprozessrecht) sowie Neumayr/Nunner-Krautgasser (s oben zum Exekutionsrecht) die relevanten Aspekte zum Europäischen Zivilverfahrensrecht; als kompakter Lernbehelf kann das Buch von Mayr jedoch (zusätzlich) empfohlen werden.

 

Als Ergänzung zu sämtlichen Stoffgebieten kann auch die Lektüre von Graf-Schimek/Koller, Casebook Zivilverfahrensrecht5 (2022) – nicht zuletzt, weil es aktuelle gesetzgeberische Entwicklungen abbildet (etwa GREx, RIRUG) – empfohlen werden. Schließlich kann es bei der Vorbereitung der Falllösungskompetenz im Zivilverfahrensrecht behilflich sein.

 

Infoveranstaltung per Zoom für Kandidatinnen und Kandidaten, die bei Dr. Kevin Labner zur Prüfung aus Zivilverfahrensrecht antreten werden:

Bei dieser Zoom Q&A Session am 6.2.2023 ab 18 Uhr sollen offene organisatorische und technische Fragen zur Prüfung geklärt werden.


Thema: Zoom-Session für Prüfungskandidat*innen
Uhrzeit: 6.Feb. 2023 06:00 PM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wie
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Über diesen Link können Sie direkt dem Zoom-Meeting beitreten:

https://univienna.zoom.us/j/64261413591?pwd=LzVMM3ZvSGxjYVI0aDZpa3BRTjRPQT09


Sie können auch über den Zoom-Client teilnehmen, wenn Sie folgende Daten verwenden
Meeting-ID: 642 6141 3591
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